Achtsamkeit und Meditation Teil 1: Angst im Alltag

21
Okt
2018

In letzter Zeit sprechen alle nur noch davon, wie achtsam sie doch durch den Tag gehen. Jedes Mal, wenn ich mich beschwere, erinnert mich meine erleuchtete Freundin (die auch noch eine Yogalehrer-Ausbildung in Timbuktu oder auf dem Neptun gemacht hat) mich daran, dass ich doch bitte „achtsam“ mit mir umgehen soll. Manchmal möchte ich ihr daraufhin ganz achtsam eine klatschen, aber das wäre ja kontraproduktiv.

In dieser Serie stelle ich euch vor, wie ihr Achtsamkeit, auf Englisch auch „Mindfulness“ genannt, in den Alltag integrieren könnt, um geistige und körperliche Ruhe und Klarheit zu erlangen. Achtsamkeit umfasst eine körperliche und seelische Ruhe, ein Bewusstsein des Hier und Jetzt, einen mentalen Zustand, der sich wertfrei beobachtet und seine innere Mitte findet. Heute geht es um Anxiety und subtiler Angst im Alltag – mit Meditation kann man einfach stressigen und furchteinflößenden Situationen entgegenzuwirken.

Die Sprache des Körpers kennenlernen

Auf physischer Ebene ist der menschliche Körper noch so verdrahtet, dass er konstant auf lebensbedrohliche Gefahren vorbereitet ist. Wenn man zum Beispiel von einem Kollegen kritisiert wird, es unangemeldet an der Haustür klingelt oder eine unbezahlte Rechnung aufkreuzt… da fängt der Körper an, die Stresshormone auszuschütten, die auf molekularer Ebene den Hormonen gleichen, die unsere Vorfahren vor wilden Bären und kannibalischen Jägern geschützt haben, indem sie das Gehirn in „Fight or flight“ Modus versetzen—also entweder Kämpfen oder Flüchten. Was früher lebensnotwendig war, ist heute eher hinderlich. Da unser Leben im Westen ziemlich sicher ist und wir weder vor wilden Löwen noch vor Kriegsbomben fliehen müssen, hat unser Gehirn kein passendes Outlet für unsere „Angst.“ Einen Brief kann man weder boxen, noch kann man vor ihm wegsprinten—so entsteht dann aufgestaute Energie, die sich in den Körper hineinfrisst und zu allerlei Symptomen führen kann. Uralte Reize werden ausgelöst, die zu merkwürdigen Reaktionen führen können (Fressattacken, Wutanfälle, unangebrachtes Weinen, Schwitzen, soziale Hemmungen im Berufsalltag… etc.) Wer in solchen Momenten auf seinen Körper achtet – z.B. merkt, wie sich die Schultern verkrampfen, oder einem schlecht wird, kann einfach an den Steinzeitmenschen denken und eine Atemübung ausführen.

Atemübungen

Wenn wir zum Beispiel in einem Tagtraum vertieft sind, der negative Konnotationen mit sich bringt, oder uns an ein schlimmes Ereignis erinnern, halten wir oft unbemerkt kurz den Atem an, was zu Angstgefühlen führen kann. Atemmeditationen kann man überall vollführen – in der U-Bahn, im Auto, im Büro oder Zuhause in der Badewanne. Wer für drei Minuten bewusst und achtsam durch die Nase einatmet und versucht die Lungen bis in den Bauch hin zu füllen, den Atem für eine Sekunde anhält und dann durch den Mund ausatmet, bringt den Körper zurück ins „hier und jetzt.“ Diese Atemübung ist auch für den Arbeitsalltag geeignet. Dazu eignet sich unser DETOX TEA perfekt – denn mit seinen Brennnesseln und Löwenzahnblättern wirkt dieser Tee nicht nur entgiftend, sondern auch super beruhigend. Perfekt für eine kleine Entspannung zwischendurch!

Es ist aber genauso wichtig, sich selbst nicht zu ernst zu nehmen, und Sport zu machen, um negative Emotionen abzubauen. Wenn ich zum Beispiel die Nase voll habe vom ganzen Achtsamkeits-Gelaber, ziehe ich mir meine Laufschuhe an, höre ein bisschen Aggro-Musik und renne mir eine halbe Stunde den Arsch ab, als ob es ein wilder Gorilla mich verfolgen würde.

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